Broder, von Dörte Hansen
Broder von Dörte Hansen Meine Bewertung: Vier von fünf Sternen Schon mit den ersten Seiten fühlte ich mich in „Broder“ zuhause. Dörte Hansen nimmt einen überschaubaren Ort und macht daraus einen Mikrokosmos, in dem Familie, Arbeit, Tiere und Veränderung ineinandergreifen. Der Hof folgt einem alten Gesetz: Der Sohn, der bleibt, zählt; die anderen sollen sich einfügen oder verschwinden. Hansen erzählt von dieser Härte ohne Pathos und verklärt die Vergangenheit nicht. Broder Bahnsen wollte Bauer werden, doch der Hof ging an seinen Zwillingsbruder Henning. Er wurde Tierarzt, hielt Abstand und kehrte nach Jahren in die Nähe der Familie zurück. Nun steht er zwischen seinem Gespür für Tiere, alter Kränkung und neuer Verantwortung. Mit James Herriot verbindet ihn höchstens der Tierarztberuf; Hansen verortet ihn in einer viel späteren, technisierten Landwirtschaft. Der Hof ist dabei mehr als Kulisse: Seine auf maximale Milchleistung ausgerichtete Herde macht den Wachstumsglauben greifbar. Hans...