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Showing posts with the label BuchRezension

Das Ereignis, von Annie Ernaux

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Das Ereignis by Annie Ernaux My rating: 5 of 5 stars » (Vielleicht wirkt diese Beschreibung irritierend oder abstoßend, oder sie mag als geschmacklos empfunden werden. Etwas erlebt zu haben, egal, was es ist, verleiht einem das unveräußerliche Recht, darüber zu schreiben. Es gibt keine minderwertige Wahrheit. Wenn ich diese Erfahrung nicht im Detail erzähle, trage ich dazu bei, die Lebenswirklichkeit von Frauen zu verschleiern, und mache mich zur Komplizin der männlichen Herrschaft über die Welt.) « Annie Ernaux , seinerzeit 23-jährige Studentin, wurde 1963 im damals erzkonservativen, katholischen Frankreich ungewollt schwanger und vom Vater des ungeborenen Kindes de facto im Stich gelassen. Keiner der Ärzte, die sie aufsuchte, half ihr in nennenswerter Weise und so bleibt ihr nichts übrig, als sich in die Hände einer sogenannten “ Engelmacherin ” zu begeben. » Beim Schreiben muss ich manchmal dem Drang widerstehen, in einen wütenden oder schmerzerfüllen Lyrismus zu v...

Xerox, von Fien Veldman

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Xerox by Fien Veldman My rating: 1 of 5 stars Die Protagonistin dieses Romans hat einen “Bullshit-Job”, lese ich im Klappentext und so mancher Rezension. Welcher Job das genau ist, bleibt allerdings unklar, denn die Protagonistin, die gleichzeitig Erzählerin ihrer eigenen Geschichte ist, bleibt vage, weitgehend desinteressiert und ihre Glaubwürdigkeit überaus fragwürdig. Obschon sie mit Ende 20 nicht mehr ganz jung ist, ist ihre wichtigste und intimste Beziehung diejenige zu “ihrem” Drucker in ihrem Büro. Mit ihm spricht sie permanent und so ausdauernd, dass es selbst ihren Kolleg_innen im Büro auffällt. Sie schmiegt sich auch gern mal an ihn, putzt und streichelt ihn… » Ich setze mich neben meinen Drucker. Das Gerät steht auf dem Tisch, an dem ich arbeite. Es ist ein typischer Büroapparat, eine sperrige und würfelförmige Maschine. Ich schmiege meine Wange an seine rechte Seite. Glatter, beruhigender Kunststoff. Er steht auf Stand-by. Meine Energie wird von dem Gerät absor...

Lichtspiel, von Daniel Kehlmann

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Lichtspiel by Daniel Kehlmann My rating: 3 of 5 stars Ich habe mich schwer getan mit diesem Roman Kehlmanns: Über weite Strecken, über knapp 75% des Buches, habe ich mich “durchbeißen” müssen. Kehlmann erzählt episodisch mit Zeitsprüngen über seinen Protagonisten G. W. Pabst sowie dessen Familie und Umfeld. Gleich zu Beginn ließ mich der Auftritt Pabsts fiktiven Regieassistentens, Wilzek, ratlos zurück. Wofür sollte das gut sein? Es klärt sich im letzten Viertel des Romans, aber ich empfand diese Rahmenhandlung, die auch ganz am Ende noch einmal aufgegriffen wird, als wenig hilfreich. “Freudlos” nannte ich den Roman, und das bleibt er durchgängig: Natürlich - das Sujet lässt keinen Raum für Freude, aber das vollständige Fehlen von Lesefreude hat es mir erschwert, dabei zu bleiben. Zumal mich Pabst als historische Figur wenig interessiert: Als Hitler Reichskanzler 1933 wird, ist Pabst in Frankreich. Für die Nazis gilt er als "der rote Pabst" und doch kehrt er aus...

Die drei ??? und das Gespensterschloss, von Robert Arthur

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Die drei ??? und das Gespensterschloß by Robert Arthur My rating: 3 of 5 stars Als Kind habe ich nichts mehr geliebt als Detektivgeschichten und als ich auf “ Die drei ??? ” stieß, war es um mich geschehen: Über Jahre habe ich jeden einzelnen Band gelesen, dann das Hörspiel auf Kassette genossen und weitere “Merch” (damals allerdings eher: Devotionalien) gekauft. Auf diese Weise entstand eine beachtliche Drei-Fragezeichen-Sammlung. Schon lange habe ich mich gefragt, ob diese Bücher wirklich so spannend, interessant und nett waren, wie ich sie in Erinnerung hatte. Nachdem ich gestern ein wirklich schlechtes Buch beendet hatte, beschloss ich, mir diese Frage durch eine gründliche Untersuchung zu beantworten - entweder ich würde mir eine weitere Kindheitserinnerung zerstören oder aber einen positiven Abschluss finden. Um es vorwegzunehmen: Ich habe das Gespensterschloss “in einem Rutsch” gelesen. Klar, mit 144 Seiten und ca. 37.000 Worten war das nicht schwer, aber es zeigt...

Regen: Eine Liebeserklärung, von Ferdinand von Schirach

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Regen: Eine Liebeserklärung by Ferdinand von Schirach My rating: 1 of 5 stars » Ich bin eine Enttäuschung, ich weiß. « Ich muß schon sagen, ich fühle mich betrogen: Von einem Rechtsanwalt auch noch. Von einem, den ich als Schriftsteller eigentlich überaus schätze, aber was Ferdinand von Schirach hier diesmal abgeliefert hat, dafür sollte er sich schämen. Der Verlag, der für ein 113-Seiten-”Buch” EUR 17,99 (eBook) bzw. EUR 20 (Hardcover) als Preis festsetzt, liefert damit zudem ein weiteres eindrückliches Argument gegen die Buchpreisbindung . Zum “Inhalt”: Schon der Klappentext verrät, daß wir es einmal mehr mit dem “Onkel Ferdinand erzählt”-Modus zu tun bekommen; die Hälfte dieses “Buches” ist ein Monolog, ein Stream of Consciousness, der in extrem verkürzter Form altbekannte Standpunkte von Schirachs lau aufwärmt. Ein Beispiel; hier in “Regen” läßt der Autor sein alter ego folgendes sagen: » Aber das nach Hause , das habe ich sofort verstanden. Zu Hause ist ja kein Or...

Die Besessenen, von Witold Gombrowicz

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Die Besessenen von Witold Gombrowicz Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen » Der eigentliche Held, der alle anderen in den Schatten stellt, ist ganz sicher das Schloss Mysłocz, um das sich die authentischen Zaubereien ranken. Ein Monument der Unbeweglichkeit und des Schweigens, so taucht es aus der Nacht auf, aus dem Morast, erhebt sich aus dem Nebel, aus dem Wald, um Elegie zu verströmen oder Skandale zu entfesseln. Ganz zwanglos erhält der Raum des Romans eine Ordnung: verborgene Gemächer und unterirdische Gänge im feudalen Mysłocz, gemütlicher Speisesaal im verbürgerlichten Połyka, Gedränge und anrüchiges Durcheinander in den Etablissements von Warschau. Die Zeit drängt, dehnt sich aus oder verkürzt sich, wenn es darum geht, die zweifache Version eines Mordes vorzuführen. « Man soll seinen Helden nicht begegnen, denn man wird enttäuscht. Ebenso wenig sollte man wohl seinen glorifizierten Lieblingsbüchern wiederbegegnen… “ Die Besessenen ” von Witold Gombrowicz haben mich vo...

Luzies Erbe, von Helga Bürster

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Luzies Erbe by Helga Bürster My rating: 3 of 5 stars Ich sinniere nun schon ein paar Tage über dieses Buch und die Rezension, die es verdient. Helga Bürster , so erfuhr ich aus dem Nachwort, hat die Geschichte ihrer Großeltern erzählt. Das hat selbstverständlich seinen individuellen Wert, aber es sind so viele Bücher und Geschichten über die persönlichen Schicksale von Zwangsarbeitern auf dem Land geschrieben worden. Auch solche, in denen solche verbotenen Beziehungen geschildert werden, habe ich gelesen - obschon selten Kinder entstanden und die meisten dieser Beziehung tragisch endeten… Ist also diese eine Geschichte so besonders, so anders oder so erzählenswert? Ist Bürster eine so große Schriftstellerin, dass mich ihre Geschichte besonders ansprechen oder gar bewegen würde (oder müsste)? Der Verlag schreibt: “Helga Bürster erzählt wunderbar leicht und dabei doch tief bewegend davon, wie ein Schicksal die Jahrzehnte überdauert, wie das Schweigen über die Vergangenheit...

Bretonischer Ruhm (Kommissar Dupin, #12), von Jean-Luc Bannalec

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Bretonischer Ruhm by Jean-Luc Bannalec My rating: 3 of 5 stars » Der Wind bläst, wohin er will, bei Regen wird alles nass. Bretonisches Sprichwort « So eröffnet dieser zwölfte Band in Bannalecs Dupin-Reihe und schon in diesem Moment dachte ich, “Okay… Was will mir der Autor wohl damit sagen?”. Leider ging es auch weitgehend genau so weiter. Diesmal geht es um den Mord am Ex-Mann einer Freundin von Dupins frisch angetrauter Ehefrau Claire, einem Winzer. Dupin und Claire sind gerade in ihren Flitterwochen an der Loire, als sie in den Fall hineingezogen werden. Wobei “hineingezogen” in Dupins Fall fast wörtlich zu nehmen ist, denn Claire ist wild-entschlossen, den Mord gemeinsam mit Dupin und ihrer Freundin Cecile aufzuklären und zerrt den sich diesmal beinahe wehrenden Dupin mit hinein. Was sich entspinnt, ist eine wilde Hatz zwischen - im Wesentlichen - zwei Handlungsorten, die Dupin und Claire, manchmal mit der sehr blass bleibenden Cecile im Schlepptau, immer wieder aufs...

König Ottokars Zepter (Tim und Struppi, Band 7), von Hergé

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König Ottokars Zepter by Hergé My rating: 4 of 5 stars Tim und die Politik - nicht immer eine gelungene Mischung. In diesem Fall aber gilt es zu bedenken, daß “ König Ottokars Zepter ” im Original zwischen dem 8. August 1938 und dem 10. August 1939 erschien. Jetzt greifen wir zurück in diese dunkle Epoche deutscher Geschichte: Der von Hitler-Deutschland sogenannte “ Anschluss Österreichs ” fand am 12./13. März 1938 statt. Am 15. März 1939 ließ Hitler die Tschechoslowakei besetzen . Der mit Hitler verbündete faschistische Diktator Mussolini fiel am 7. April 1939 wiederum mit italienischen Truppen in Albanien ein . Unter den Eindrücken dieser Ereignisse also verfaßt Hergé diesen Band und verbindet Elemente all dieser weltpolitischen Katastrophen zu einer spannenden Geschichte, in der Tim und Struppi eine Staatsstreich und den “Anschluß” des fiktiven Syldavien an das Nachbarland Bordurien verhindern müssen. In zahlreichen Etappen kann Tim seinen Häschern immer wieder: G...

Die Anomalie, von Hervé Le Tellier

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Die Anomalie by Hervé Le Tellier My rating: 2 of 5 stars Die deutschsprachige Wikipedia definiert Glosse folgendermaßen: »Unter einer Glosse (von altgriechisch γλῶσσα glóssa, „Zunge, Sprache“, über lateinisch glossa) wird ein meist kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung, einer Zeitschrift oder im Fernsehen verstanden.« (Quelle in der Fußnote) Mit “ Die Anomalie ” liefert Hervé Le Tellier ein Werk ab, das mich über weite Teile an eine Glosse erinnerte, aber vom Umfang her dieses Genre “sprengt”. Nun könnte dies ja auch etwas Gutes sein; ein Novum oder, Entschuldigung!, eine Anomalie. Leider aber ist dem hier nicht so, denn “Die Anomalie” ist nur quantitativ eine solche - aber eben keinesfalls qualitativ. Die Prämisse ist interessant: Ein Flugzeug mit über zweihundert Personen an Bord gerät in eine Notlage, übersteht diese, wird aber jedoch durch die titelgebende Anomalie dupliziert. Fortan gibt es alle M...

Adolf Hitler: Die Jahre des Aufstiegs 1889 - 1939 Biographie, von Volker Ullrich

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Adolf Hitler: Die Jahre des Aufstiegs 1889 - 1939 Biographie by Volker Ullrich My rating: 5 of 5 stars Mein Leben lang versuche ich bereits, wenngleich auch nicht zu verstehen, so doch zumindest nachzuvollziehen, wie Hitler und seine NSDAP in Deutschland an die Macht kommen konnten - wie konnte ein verkrachter “Kunstmaler” zum Diktator werden? Wie konnte ein Bierkeller-Agitator Millionen in seinen Bann ziehen, sie geradezu verführen, fanatisieren und in den Untergang treiben? Was bringt einen Menschen dazu, sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, Menschen mit Beeinträchtigungen und viele weitere Personengruppen systematisch zu verfolgen und zu ermorden? Was treibt einen Menschen an, einen Weltkrieg zu entfesseln? Was also liegt näher, als sich mit Hitler selbst und seiner Biographie auseinanderzusetzen? Bullock, Fest, Kershaw - ich habe sie alle gelesen und obschon sie alle ihre Stärken und Schwächen hatten - keine Biographie war so umfassend, detaillie...

Buddenbrooks, von Thomas Mann

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Buddenbrooks von Thomas Mann Meine Bewertung: 5 von 5 stars Mit Ausnahme einiger Phasen habe ich immer viel und sehr gemischt durch alle Genres gelesen. Da bleibt es nicht aus, daß von nahezu unerträglichem Mist über Durchschnitts-”Kost” so ziemlich alles dabei war. Ganz selten jedoch hatte ich so etwas wie literarische “Erweckungsmomente”. Thomas Manns “Buddenbrooks” war ein solches. Erschienen 1901 als Mann gerade einmal 26 Jahre alt war, hat “Buddenbrooks” seinen Weltruhm begründet und ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur eingebracht, weil das Werk "im Lauf der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössichen Literatur gewonnen hat.” Daran hat sich zumindest für mich auch nichts geändert, denn obschon “Buddenbrooks” den Niedergang einer spezifischen Familie im Lübeck des 19. Jahrhunderts schildert, so hat es doch in seinen Grundlagen nichts an Aktualität und Wahrhaftigkeit eingebüßt. Mann erzählt die Geschichte von vi...

Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager, von Eugen Kogon

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Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager von Eugen Kogon "Der SS-Staat" von Eugen Kogon ist wahrscheinlich das erschütterndste Buch, das ich je gelesen habe. Es ist ein absolut außergewöhnlich detailliertes und eindringliches Werk, das einen tiefen Einblick in das Horror-Regime des nationalsozialistischen Deutschlands gewährt. Kogon, der selbst sechs Jahre im Konzentrationslager Buchenwald gefangen gehalten wurde, beschreibt das System der Konzentrationslager in all seinen Schrecken und zeigt, wie die SS die Konzentrationslager als Instrument der Unterdrückung und Vernichtung einsetzte. Eine der beeindruckendsten Eigenschaften des Buches ist seine Sachlichkeit: Kogon verzichtet darauf, in pathetischen Ausdrücken zu schreiben oder seine Meinung zu bestimmten Ereignissen kundzutun. Stattdessen lässt er die Fakten für sich sprechen, und genau das macht das Buch so erschütternd. Kogon dokumentiert die Gräueltaten der SS und stellt dabei auch ihre Ideologie und ...

Agnes, von Peter Stamm

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Agnes von Peter Stamm Meine Bewertung: 4 of 5 stars “ Agnes ” von Peter Stamm war eine eher ungewöhnliche Lektüre, obschon der Inhalt wenig überrascht: Der namenlose Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, trifft bei Recherchen zu einem Buch auf Agnes, eine Physikerin. Nach einer kurzen Zeit der Annäherung finden beide zusammen. Fasziniert vom Geschichtenerzählen bittet Agnes ihren Partner um eine Erzählung, die sich fortan als roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Dabei kommt es immer wieder zwischen wechselseitigen Beeinflussungen der semi-fiktionalen Geschichte und den im Buch behandelten Erlebnissen. Genau diese Verflechtungen bilden einen Teil des Reizes dieser kurzen, lakonisch-distanziert erzählten Novelle. Es ist keine wirklich außergewöhnliche Geschichte, die hier erzählt wird und ihr Ende wird bereits mit dem ersten Satz des Buches vorweggenommen. Dennoch gelang es Stamm, mein Interesse dauerhaft aufrecht zu erhalten. Zweifellos hilfreich dabei waren die kurzen, prägnant...

Über die See, von Mariette Navarro

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Über die See by Mariette Navarro My rating: 3 of 5 stars Für Denis Scheck war bereits nach der Lektüre des ersten Satzes klar, daß er “ Über die See ” von Mariette Navarro lieben würde. Ich hingegen dachte, “Oh, oh…”: » Es gibt drei Arten von Menschen: die Lebenden, die Toten und die Seefahrer. « Es geht um die Kapitänin eines Containerschiffes, dessen Mannschaft beschließt, sie würde gern einmal mitten auf dem Meer baden gehen. Darum gebeten, willigt unsere Kapitänin zu ihrer eigenen Überraschung ein und löst damit ein verworrenes Spiel um (Un)gewißheiten und vieles mehr aus - das Schiff verhält sich merkwürdig, die Kapitänin auch… Und das ist nur der Anfang; es wird zunehmend verworrener und verwirrender und dieses Buch war auf diese Weise ein ganz und gar merkwürdiges Lese-Erlebnis. Geprägt und getragen wird “Über die See” von Navarros merkwürdig abstraktem, geradezu metaphysisch anmutendem und leicht ins Esoterische abgleitenden Erzählstil. Ich bin mir insofern nicht sicher,...

Unsre verschwundenen Herzen, von Celeste Ng

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Unsre verschwundenen Herzen , von Celeste Ng Meine Bewertung: 1 von 5 Sternen Ich hatte mich sehr darauf gefreut, Celeste Ng s neuen Roman " Unsre verschwundenen Herzen " zu lesen. Sowohl "Everything I Never Told You" als auch "Little Fires Everywhere" haben mir wegen ihrer hochinteressanten Geschichten, des ungewöhnlichen Erzählstils und der schieren Eloquenz von Celeste Ng sehr gut gefallen. Leider habe ich nichts von alledem in " Unsre verschwundenen Herzen " gefunden: Bird, der Junge, den wir gleich zu Beginn kennenlernen und der die erste Hälfte des Buches dominiert, bleibt blass und undeutlich. Abgesehen von der allgemeinen Empathie für ihn, der seine Mutter verloren hat und unter schwierigen Umständen mit seinem Vater lebt, habe ich nie wirklich mit ihm gefühlt oder mich emotional engagiert. Für eine Dystopie gibt es in diesem Roman auch nichts Neues oder Besonderes: Hass gegen alles, was "fremd" zu sein sche...

Was im Verborgenen ruht (Inspector Lynley #21), von Elizabeth George

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" Was im Verborgenen ruht " von Elizabeth George Ein Krimi, der durch den stümperhaften (wiederholten) Versuch der Autorin, eine wichtige Botschaft zu vermitteln, entgleist. Ich war früher ein großer Fan der Inspector-Lynley-Krimis von Elizabeth George, da sie immer spannend, aufregend, interessant, ernsthaft und manchmal auch unaufdringlich Gedanken zu gesellschaftlichen Themen vermittelten. Der Krimi stand aber immer an erster Stelle. Das hat in den ersten 12 Büchern dieser Reihe sehr gut funktioniert. In Buch 13 jedoch ließ George eine wichtige Figur sterben und nutzte Buch 14, um die Hintergründe dieses Mordes zu erforschen - und brachte damit die gesamte Serie zum Entgleisen. Seit jenem Buch sind die meisten von Georges "Krimis" eigentlich ausgedehnte soziale Kommentare, wobei der eigentliche Krimi und die polizeilichen Vorgänge nur eine Nebenrolle spielen. Sozialkommentare sind in Ordnung und können einen Krimi tatsächlich bereichern und s...

Love to share – Liebe ist die halbe Miete, von Beth O'Leary

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Love to share – Liebe ist die halbe Miete von Beth O'Leary Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Ein Hauch von frischer, nicht Young-Adult Romance-Luft! Eine tolle Prämisse, brillant geschrieben. Ich habe es geliebt! Nach einer Reihe von weniger als wünschenswerten Leseerlebnissen entschied ich mich für eine unterhaltsame, leichte Lektüre. Ich erwartete das Übliche: Feinde-zu-Liebhaber, Wortgefechte, schnelles Verliebtsein, etwas Konflikt, Versöhnung und ein Happy End. Meistens fühlen sich Liebesromane so an, als würden sie sich an ein eher junges Publikum richten - zu dem ich nicht mehr unbedingt gehöre. In " Love to share – Liebe ist die halbe Miete " von Beth O'Leary bekam ich Wortgefechte - auf Post-it-Zetteln. In einer Wohngemeinschaft. Geschrieben von zwei Erwachsenen: Leon, ein Krankenpfleger mit seinen eigenen psychischen Problemen, mit einem Bruder, Richie, der im Gefängnis sitzt, mit einer Mutter, die eine lange Geschichte von sie missbrauc...

Das Glück hat acht Arme, von Shelby van Pelt

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Das Glück hat acht Arme von Shelby Van Pelt Meine Bewertung: 2 of 5 stars Die meiste Zeit hat mich " Das Glück hat acht Arme " von Shelby Van Pelt gelangweilt und es wird auch zu keinem Zeitpunkt wirklich interessant. Alles ist extrem vorhersehbar, denn Geschichten wie diese wurden schon unzählige Male erzählt, jeder (bis hin zur Katze) ist nervig und die Dinge sind so unglaubwürdig, dass nur purer Starrsinn mich dazu gebracht hat, dieses Buch zu beenden. Wenn ihr die Details wissen wollt, lest weiter, aber es folgen erhebliche Spoiler! [su_spoiler title="Spoiler"]Cameron, ein weinerliches männliches Kind von 30 Jahren, kann keinen Job länger als ein paar Tage behalten, wird von seiner Freundin Katie rausgeschmissen (die er später dafür verachten wird, dass sie weiterzieht - was genau das ist, was er auch tut...), bekommt Geld von seiner Tante und macht sich auf die Suche nach seinem Vater, von dem Cameron glaubt, dass er ein Millionär ist und...

Die Gewinner (Björnstadt #3), von Fredrik Backman

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Die Gewinner von Fredrik Backman Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen Ich hatte gehofft, Die Gewinner von Fredrik Backman genauso lieben zu können wie das Original "Beartown". Letzteres ist das Buch, das ich jeder Person empfehle, der nur noch Zeit für ein einziges weiteres Buch hat. Es war das Buch, das ich meiner Mutter zu ihrem letzten Geburtstag geschenkt habe. Sie kam nie dazu, es zu lesen. Ich fand schon das zweite Buch nicht so gut wie das erste, aber dieser dritte Teil ist leider der schwächste. Es fing so gut an und fühlte sich an wie "Beartown"… " An euch, die ihr zu viel redet und zu laut singt und zu oft weint und etwas im Leben mehr liebt, als ihr solltet. " " Die Gewinner " setzt die Geschichte von Beartown, dem rivalisierenden Hed und den Bewohnern beider Städte fort. Backman nimmt sich Zeit, um ein literarisches Bild vom Leben in diesen Teilen der Welt zu zeichnen, schreibt aber auch sehr überzeugend über d...