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Showing posts with the label Klassiker

Sturm im Mumintal (Mumins #5), von Tove Jansson

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Sturm im Mumintal von Tove Jansson Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Ich kenne die Mumin-Bücher seit meiner frühen Kindheit, und ich liebe sie wie kaum etwas anderes, das ich je gelesen habe. Gerade deshalb war ich froh, Sturm im Mumintal nicht bloß nostalgisch wiederzusehen, sondern neu zu erleben: als wildes, warmes, komisches Abenteuerbuch, das seine Zärtlichkeit nie von seiner anarchischen Lust am Chaos trennt. » Falls ein Sturm kommt«, sagte sie vor sich hin und seufzte glücklich. « Die Geschichte um die Mumins in einem unfreiwillig schwimmenden Theater ist nicht einfach nur originell. Sie ist eine grandiose Idee, weil sie Bewegung, Verwandlung und Spiel in die eigentliche Form des Romans einschreibt. Alles gerät ins Treiben, Häuser, Rollen, Familienordnungen, sogar die Frage, wer auf welcher Bühne gerade wen spielt. » Am nächsten Morgen stand alles unter Wasser. Kinderwagen, Fischkästen und Zäune segelten vorbei – und sogar ein Haus. « Es hat etwas von einem ständigen Neubeginn....

Das Sommerbuch, von Tove Jansson

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Sommerbuch von Tove Jansson Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Schon vor Jahren gemocht, aber jetzt mit "älteren Augen" nochmals gelesen und jetzt verdienen das Buch und ich auch eine "ordentliche" Rezension. ;-) Tove Janssons "Sommerbuch" ist für mich ein leises, präzises Buch über Nähe, Autonomie und die seltsame Zärtlichkeit, die im Streit steckt. Die Handlung ist eher ein Sommer zustand als eine lineare Story: Sophia und ihre Grossmutter leben auf einer winzigen Insel, und das Buch beobachtet sie beim Umherstreifen, Trotzen, Fragenstellen, Schweigen, Lachen. Gerade diese Episodenhaftigkeit fühlt sich nicht beliebig an, sondern wie eine Form, die dem Gegenstand entspricht: Familie als Wetterlage. » Faulbaum und besonders Ebereschen riechen, wenn sie blühen, wie Katzenpipi. « Solche Sätze sind für mich typisch Jansson: sinnlich, unerwartet, komisch, und zugleich poetisch genau. Das ist keine “schöne” Natur, sondern eine, die wirklich riecht, nervt, kleb...

Der ganze Gaston, von André Franquin

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Der ganze Gaston von André Franquin Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Ich erinnere mich noch genau, wie ich Gaston zum ersten Mal durch meinen Bruder kennenlernte, der eine beachtliche Sammlung der Comicbände besaß. Diese szenischen und oft anarchischen Abenteuer waren eine willkommene Abwechslung zu den eher konventionellen Geschichten, die meine Eltern bevorzugten. Als ich also " Der ganze Gaston " von André Franquin in die Hände bekam, fühlte es sich an wie eine Reise zurück in diese Zeit. Gaston, diese chaotische, liebenswerte Figur, hat nichts an seinem Charme und geradezu unglaublichem Unterhaltungswert eingebüßt. Er bleibt der unorganisierte Erfinder und "Schlaffi" mit dem Herz am rechten Fleck, der ständig im Zentrum von Turbulenzen steht (die er zudem zumeist selbst verursacht hat). In vielen Momenten treibt Gaston seine Kolleg_innen, allen voran anfangs den völlig überforderten Redakteur Fantasio, später dann den beförderten Demel, in den Wahn...

Der geheimnisvolle Stern (Tim und Struppi #10), von Hergé

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Der geheimnisvolle Stern von Hergé Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen Ich muss gestehen, dass " Der geheimnisvolle Stern " für mich einer der langweiligeren Bände in Hergés Tim-und-Struppi-Reihe ist. Die Geschichte beginnt mit Tims Entdeckung eines neuen, bedrohlichen Sterns, der scheinbar die Zerstörung der Erde bedeutet. Diese Katastrophe bleibt jedoch aus, und das drohende Unheil reduziert sich auf ein großes Bruchstück, das ins Polarmeer stürzt. Hergé versucht, mit einem Wettrennen zwischen einer von einer Bank finanzierten Expedition und Tim, der für die Europäische Forschungsgemeinschaft antritt, die Spannung aufrechtzuerhalten. Leider bleibt die Handlung relativ flach und repetitiv. Der Lichtblick des Bandes ist jedoch der erste Auftritt des grundsätzlich (hier allerdings weniger) unterhaltsamen Kapitän Haddocks, der in zukünftigen Abenteuern eine wichtige Rolle spielen wird. Auch für diesen Band ist es wichtig, die historischen Hintergründe zu kennen:...

Die drei ??? und das Gespensterschloss, von Robert Arthur

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Die drei ??? und das Gespensterschloß by Robert Arthur My rating: 3 of 5 stars Als Kind habe ich nichts mehr geliebt als Detektivgeschichten und als ich auf “ Die drei ??? ” stieß, war es um mich geschehen: Über Jahre habe ich jeden einzelnen Band gelesen, dann das Hörspiel auf Kassette genossen und weitere “Merch” (damals allerdings eher: Devotionalien) gekauft. Auf diese Weise entstand eine beachtliche Drei-Fragezeichen-Sammlung. Schon lange habe ich mich gefragt, ob diese Bücher wirklich so spannend, interessant und nett waren, wie ich sie in Erinnerung hatte. Nachdem ich gestern ein wirklich schlechtes Buch beendet hatte, beschloss ich, mir diese Frage durch eine gründliche Untersuchung zu beantworten - entweder ich würde mir eine weitere Kindheitserinnerung zerstören oder aber einen positiven Abschluss finden. Um es vorwegzunehmen: Ich habe das Gespensterschloss “in einem Rutsch” gelesen. Klar, mit 144 Seiten und ca. 37.000 Worten war das nicht schwer, aber es zeigt...

Buddenbrooks, von Thomas Mann

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Buddenbrooks von Thomas Mann Meine Bewertung: 5 von 5 stars Mit Ausnahme einiger Phasen habe ich immer viel und sehr gemischt durch alle Genres gelesen. Da bleibt es nicht aus, daß von nahezu unerträglichem Mist über Durchschnitts-”Kost” so ziemlich alles dabei war. Ganz selten jedoch hatte ich so etwas wie literarische “Erweckungsmomente”. Thomas Manns “Buddenbrooks” war ein solches. Erschienen 1901 als Mann gerade einmal 26 Jahre alt war, hat “Buddenbrooks” seinen Weltruhm begründet und ihm 1929 den Nobelpreis für Literatur eingebracht, weil das Werk "im Lauf der Jahre eine immer mehr sich festigende Anerkennung als ein klassisches Werk der zeitgenössichen Literatur gewonnen hat.” Daran hat sich zumindest für mich auch nichts geändert, denn obschon “Buddenbrooks” den Niedergang einer spezifischen Familie im Lübeck des 19. Jahrhunderts schildert, so hat es doch in seinen Grundlagen nichts an Aktualität und Wahrhaftigkeit eingebüßt. Mann erzählt die Geschichte von vi...

Agnes, von Peter Stamm

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Agnes von Peter Stamm Meine Bewertung: 4 of 5 stars “ Agnes ” von Peter Stamm war eine eher ungewöhnliche Lektüre, obschon der Inhalt wenig überrascht: Der namenlose Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, trifft bei Recherchen zu einem Buch auf Agnes, eine Physikerin. Nach einer kurzen Zeit der Annäherung finden beide zusammen. Fasziniert vom Geschichtenerzählen bittet Agnes ihren Partner um eine Erzählung, die sich fortan als roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Dabei kommt es immer wieder zwischen wechselseitigen Beeinflussungen der semi-fiktionalen Geschichte und den im Buch behandelten Erlebnissen. Genau diese Verflechtungen bilden einen Teil des Reizes dieser kurzen, lakonisch-distanziert erzählten Novelle. Es ist keine wirklich außergewöhnliche Geschichte, die hier erzählt wird und ihr Ende wird bereits mit dem ersten Satz des Buches vorweggenommen. Dennoch gelang es Stamm, mein Interesse dauerhaft aufrecht zu erhalten. Zweifellos hilfreich dabei waren die kurzen, prägnant...

Mumins lange Reise (Mumins #1), von Tove Jansson

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Die Mumins (1). Mumins lange Reise by Tove Jansson My rating: 5 of 5 stars » Die Muminfamilie, die ich zu beschreiben versuche, ist schlichtweg glücklich, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie haben es gemütlich miteinander, und sie gewähren sich gegenseitig volle Freiheit: Freiheit, allein zu sein, die Freiheit auf eigene Art zu denken und zu fühlen und eigene Geheimnisse zu haben, bis zu dem Moment, wo sie bereit sind, sie zu teilen. Keiner verursacht je einem anderen ein schlechtes Gewissen. « - Tove Jansson Die Mumins . Das ist ein bißchen wie “nach Hause kommen” - vertraut, voll Wärme und Liebe, Geborgenheit und Sicherheit, bestenfalls erfüllt von den Menschen, die wir lieben. Ich erinnere mich an die alten, etwas betulichen, Übersetzungen aus den 50’ern und 60’ern von Kurt und Vivica Bandler schon aus frühester Kindheit, als meine Eltern mir diese Ausgaben vorlasen. Ich habe die Mumins damals geliebt und das ist nie vergangen. Über die Jahre habe ich die Bücher immer mal w...

Die Krabbe mit den goldenen Scheren (Tim und Struppi, Band 9), von Hergé

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Die Krabbe mit den goldenen Scheren by Hergé My rating: 2 of 5 stars Wieder einmal bin ich mit Die Krabbe mit den goldenen Scheren bei einem der schwächeren und problematischeren Bände der Comic-Reihe gelandet: Tim ist auf der Spur einer Bande von Opium-Schmugglern und bereist zu Lande, zur See und in der Luft auch wieder - für die Entstehungszeit - “exotische” Orte wie Marokko, wo “die Wilden” geschmäht und von den französischen Kolonialherren "großmütig" geführt werden… Rassistische und kolonialistische Klischees gibt es hier insofern - mal wieder - zuhauf. Bis hin zum am Rande auftretenden japanischen Detektiv, der einer bewußt rassistischen Karikatur entsprungen sein könnte. Auch hier ist Hergé Kind seiner Zeit: Sein Land, Belgien, ist zur Entstehungszeit dieses Bandes (1940) von den Deutschen besetzt und obschon Hergé nicht kollaboriert, so wird er doch zumindest beeinflußt. Ganz zu schweigen davon, daß gerade auch Belgien eine üble Kolonialgeschichte hat. Auch a...