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Bretonischer Glanz (Kommissar Dupin #15), von Jean-Luc Bannalec

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Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen Ein Krimifestival in Roscoff, eine ermordete Zwiebelbäuerin, Konflikte bei Celtic Ferries, Drohparolen an Hauswänden und eine obskure Zwiebel-Bruderschaft: „Bretonischer Glanz“ bringt zunächst alles mit, was einen Dupin-Krimi ausmacht. Roscoff ist stimmungsvoll, die bretonische Küste leuchtet, Kaffee und regionale Spezialitäten werden mit der gewohnten Hingabe serviert. Dupin bleibt als grantiger, eigenwilliger, zugleich menschlicher Ermittler erfreulich stabil; auch Riwal und Kadeg sorgen für vertraute Komik. Dann aber beginnt der Roman, sich auf eine Weise mit Autor_innen und Autorentum zu beschäftigen, die nicht ironisch, sondern vor allem selbstgefällig wirkt. Bannalec lässt eine Autorin sagen: » Was viel heißt, die große Mehrheit der Autoren leidet an schwerem Narzissmus, nicht selten in pathologischem Ausmaß. « Der Satz wäre ein hübscher Seitenhieb, wenn der Roman nicht umgehend selbst den Beweis antreten würde. Robert Rouxel schreibt über einen K...

Lückenbüßer (Kommissar Kluftinger #13), von Volker Klüpfel & Michael Kobr

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Lückenbüßer: Kluftinger ermittelt von Volker Klüpfel Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen Endlich wieder ein Kluftinger, den man gern liest! Die letzten beiden Kluftinger-Krimis fand ich nicht gut; der letzte, “ Affenhitze ”, war eine vollkommene Klamauk-Katastrophe mit Kluftinger als widerlichem, mobbendem alten weissen Mann. Danach sollte Schluss mit Kluftinger und seinen beiden aus der Zeit gefallenen Autoren für mich sein. Dann kam “ Druckfrisch ” mit Denis Scheck , der Regional-Krimis - oft zurecht - üblicherweise gar nicht mag, und ausgerechnet Scheck fand diesen neuen Band “Tierisch gut”. Und auch in diesem Fall hat er Recht: “ Lückenbüßer ” präsentiert uns einen Kluftinger, der, mittlerweile Interims-Polizeipräsident, plötzlich wieder denkt , seine Kolleg_innen (meist) anständig behandelt und von dem ich mich nicht mehr von Ekel erfüllt abwenden muss. In der kurzzeitig etwas zu sehr raumgreifenden Nebengeschichte treten Kluftinger und Langhammer bei den Lokalwahlen...

Bretonische Sehnsucht (Kommissar Dupin #13), von Jean-Luc Bannalec

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Bretonische Sehnsucht von Jean-Luc Bannalec Meine Bewertung: 1 von 5 Sternen Jean-Luc Bannalec hat sich mit seinen Romanen um den eigenwilligen Kommissar Dupin eine treue Anhängerschaft erarbeitet. Der neueste Band, " Bretonische Sehnsucht ", setzt diese Tradition fort, doch leider nicht in der gewohnten Qualität. Als langjähriger Leser der Romane des Autors und Fan der bretonischen Atmosphäre, war meine Vorfreude groß. (Allerdings war ich von meiner Frau schon etwas “vorgewarnt” worden.) Dennoch muss ich gestehen, dass dieses Werk weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Zu Beginn möchte ich die deutlich gesteigerte Esoterik in diesem Roman ansprechen, die die Sicht auf den Fall und mein Lesevergnügen ungemein trübte. Bannalec hat in seinen früheren Werken stets ein Gefühl für das Lokalkolorit bewiesen, doch diesmal treibt er es zu weit ins Mystische. » Sie haben Seelen, die Leuchttürme. Seelen, Persönlichkeiten und Gefühle. Wie wir Menschen. « Auch die Ch...

Xerox, von Fien Veldman

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Xerox by Fien Veldman My rating: 1 of 5 stars Die Protagonistin dieses Romans hat einen “Bullshit-Job”, lese ich im Klappentext und so mancher Rezension. Welcher Job das genau ist, bleibt allerdings unklar, denn die Protagonistin, die gleichzeitig Erzählerin ihrer eigenen Geschichte ist, bleibt vage, weitgehend desinteressiert und ihre Glaubwürdigkeit überaus fragwürdig. Obschon sie mit Ende 20 nicht mehr ganz jung ist, ist ihre wichtigste und intimste Beziehung diejenige zu “ihrem” Drucker in ihrem Büro. Mit ihm spricht sie permanent und so ausdauernd, dass es selbst ihren Kolleg_innen im Büro auffällt. Sie schmiegt sich auch gern mal an ihn, putzt und streichelt ihn… » Ich setze mich neben meinen Drucker. Das Gerät steht auf dem Tisch, an dem ich arbeite. Es ist ein typischer Büroapparat, eine sperrige und würfelförmige Maschine. Ich schmiege meine Wange an seine rechte Seite. Glatter, beruhigender Kunststoff. Er steht auf Stand-by. Meine Energie wird von dem Gerät absor...

Lichtspiel, von Daniel Kehlmann

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Lichtspiel by Daniel Kehlmann My rating: 3 of 5 stars Ich habe mich schwer getan mit diesem Roman Kehlmanns: Über weite Strecken, über knapp 75% des Buches, habe ich mich “durchbeißen” müssen. Kehlmann erzählt episodisch mit Zeitsprüngen über seinen Protagonisten G. W. Pabst sowie dessen Familie und Umfeld. Gleich zu Beginn ließ mich der Auftritt Pabsts fiktiven Regieassistentens, Wilzek, ratlos zurück. Wofür sollte das gut sein? Es klärt sich im letzten Viertel des Romans, aber ich empfand diese Rahmenhandlung, die auch ganz am Ende noch einmal aufgegriffen wird, als wenig hilfreich. “Freudlos” nannte ich den Roman, und das bleibt er durchgängig: Natürlich - das Sujet lässt keinen Raum für Freude, aber das vollständige Fehlen von Lesefreude hat es mir erschwert, dabei zu bleiben. Zumal mich Pabst als historische Figur wenig interessiert: Als Hitler Reichskanzler 1933 wird, ist Pabst in Frankreich. Für die Nazis gilt er als "der rote Pabst" und doch kehrt er aus...

Die drei ??? und das Gespensterschloss, von Robert Arthur

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Die drei ??? und das Gespensterschloß by Robert Arthur My rating: 3 of 5 stars Als Kind habe ich nichts mehr geliebt als Detektivgeschichten und als ich auf “ Die drei ??? ” stieß, war es um mich geschehen: Über Jahre habe ich jeden einzelnen Band gelesen, dann das Hörspiel auf Kassette genossen und weitere “Merch” (damals allerdings eher: Devotionalien) gekauft. Auf diese Weise entstand eine beachtliche Drei-Fragezeichen-Sammlung. Schon lange habe ich mich gefragt, ob diese Bücher wirklich so spannend, interessant und nett waren, wie ich sie in Erinnerung hatte. Nachdem ich gestern ein wirklich schlechtes Buch beendet hatte, beschloss ich, mir diese Frage durch eine gründliche Untersuchung zu beantworten - entweder ich würde mir eine weitere Kindheitserinnerung zerstören oder aber einen positiven Abschluss finden. Um es vorwegzunehmen: Ich habe das Gespensterschloss “in einem Rutsch” gelesen. Klar, mit 144 Seiten und ca. 37.000 Worten war das nicht schwer, aber es zeigt...

Die Besessenen, von Witold Gombrowicz

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Die Besessenen von Witold Gombrowicz Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen » Der eigentliche Held, der alle anderen in den Schatten stellt, ist ganz sicher das Schloss Mysłocz, um das sich die authentischen Zaubereien ranken. Ein Monument der Unbeweglichkeit und des Schweigens, so taucht es aus der Nacht auf, aus dem Morast, erhebt sich aus dem Nebel, aus dem Wald, um Elegie zu verströmen oder Skandale zu entfesseln. Ganz zwanglos erhält der Raum des Romans eine Ordnung: verborgene Gemächer und unterirdische Gänge im feudalen Mysłocz, gemütlicher Speisesaal im verbürgerlichten Połyka, Gedränge und anrüchiges Durcheinander in den Etablissements von Warschau. Die Zeit drängt, dehnt sich aus oder verkürzt sich, wenn es darum geht, die zweifache Version eines Mordes vorzuführen. « Man soll seinen Helden nicht begegnen, denn man wird enttäuscht. Ebenso wenig sollte man wohl seinen glorifizierten Lieblingsbüchern wiederbegegnen… “ Die Besessenen ” von Witold Gombrowicz haben mich vo...

Luzies Erbe, von Helga Bürster

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Luzies Erbe by Helga Bürster My rating: 3 of 5 stars Ich sinniere nun schon ein paar Tage über dieses Buch und die Rezension, die es verdient. Helga Bürster , so erfuhr ich aus dem Nachwort, hat die Geschichte ihrer Großeltern erzählt. Das hat selbstverständlich seinen individuellen Wert, aber es sind so viele Bücher und Geschichten über die persönlichen Schicksale von Zwangsarbeitern auf dem Land geschrieben worden. Auch solche, in denen solche verbotenen Beziehungen geschildert werden, habe ich gelesen - obschon selten Kinder entstanden und die meisten dieser Beziehung tragisch endeten… Ist also diese eine Geschichte so besonders, so anders oder so erzählenswert? Ist Bürster eine so große Schriftstellerin, dass mich ihre Geschichte besonders ansprechen oder gar bewegen würde (oder müsste)? Der Verlag schreibt: “Helga Bürster erzählt wunderbar leicht und dabei doch tief bewegend davon, wie ein Schicksal die Jahrzehnte überdauert, wie das Schweigen über die Vergangenheit...

Agnes, von Peter Stamm

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Agnes von Peter Stamm Meine Bewertung: 4 of 5 stars “ Agnes ” von Peter Stamm war eine eher ungewöhnliche Lektüre, obschon der Inhalt wenig überrascht: Der namenlose Ich-Erzähler, ein Schriftsteller, trifft bei Recherchen zu einem Buch auf Agnes, eine Physikerin. Nach einer kurzen Zeit der Annäherung finden beide zusammen. Fasziniert vom Geschichtenerzählen bittet Agnes ihren Partner um eine Erzählung, die sich fortan als roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Dabei kommt es immer wieder zwischen wechselseitigen Beeinflussungen der semi-fiktionalen Geschichte und den im Buch behandelten Erlebnissen. Genau diese Verflechtungen bilden einen Teil des Reizes dieser kurzen, lakonisch-distanziert erzählten Novelle. Es ist keine wirklich außergewöhnliche Geschichte, die hier erzählt wird und ihr Ende wird bereits mit dem ersten Satz des Buches vorweggenommen. Dennoch gelang es Stamm, mein Interesse dauerhaft aufrecht zu erhalten. Zweifellos hilfreich dabei waren die kurzen, prägnant...

Über die See, von Mariette Navarro

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Über die See by Mariette Navarro My rating: 3 of 5 stars Für Denis Scheck war bereits nach der Lektüre des ersten Satzes klar, daß er “ Über die See ” von Mariette Navarro lieben würde. Ich hingegen dachte, “Oh, oh…”: » Es gibt drei Arten von Menschen: die Lebenden, die Toten und die Seefahrer. « Es geht um die Kapitänin eines Containerschiffes, dessen Mannschaft beschließt, sie würde gern einmal mitten auf dem Meer baden gehen. Darum gebeten, willigt unsere Kapitänin zu ihrer eigenen Überraschung ein und löst damit ein verworrenes Spiel um (Un)gewißheiten und vieles mehr aus - das Schiff verhält sich merkwürdig, die Kapitänin auch… Und das ist nur der Anfang; es wird zunehmend verworrener und verwirrender und dieses Buch war auf diese Weise ein ganz und gar merkwürdiges Lese-Erlebnis. Geprägt und getragen wird “Über die See” von Navarros merkwürdig abstraktem, geradezu metaphysisch anmutendem und leicht ins Esoterische abgleitenden Erzählstil. Ich bin mir insofern nicht sicher,...

Zur See, von Dörte Hansen

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Zur See , von Dörte Hansen My rating: 5 of 5 stars » Man glaubt, wenn man auf einer Insel aufgewachsen ist, an die Gezeiten und den Fahrplan einer Fähre. « Dörte Hansen hat eine Gabe: Sie setzt nicht nur verschwindenden Kulturen ein literarisches Denkmal, sondern schreibt - zumindest mir - auch direkt in die Seele. In “ Zur See ” schreibt sie ganz schlicht über das Leben auf einer Nordseeinsel und deren Bewohner - sowohl die Alteingesessenen, die oft schon ihr ganzes Leben auf, an und mit der Insel gelebt - und an ihr gelitten - haben. Von den Badegästen zu den Kurz- und Tages-Trippern, die immer mehr “einfallen” bis hin zu jenen, die sich ihren “Inseltraum” verwirklichen wollen und dann merken, daß es vielleicht auf Dauer eben doch nicht nur “schön” auf der Insel ist… » Sie halten es nie lange aus in ihren Inselhäusern. Nach ein paar Tagen fühlen sie sich wie bei ihren alten Eltern zu Besuch: bloß weg, bei aller Liebe, denn die Alten haben Macken, werden eigen und erzählen immer...