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Showing posts with the label Buch-Rezension

Die Einsamkeit der Seevögel, von Gøhril Gabrielsen

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Die Einsamkeit der Seevögel von Gøhril Gabrielsen Meine Bewertung: 1 von 5 Sternen Gøhril Gabrielsens “ Die Einsamkeit der Seevögel ” verspricht in Titel und Klapptentext eine eindrucksvolle metaphorische Verbindung zwischen Natur und menschlicher Isolation, vermag diese jedoch kaum einzulösen. Der Roman greift mehrere gewichtige Themen auf, darunter sexualisierte Gewalt, Manipulation, die fragile Mutter-Kind-Beziehung, sowie ökologische Zerbrechlichkeit sowie diejenige der neuen Beziehung – und bleibt dabei doch oberflächlich und zerfahren. Bereits die Erzählweise ist teils überbordend und schwer zugänglich. Ein Eindruck, der durch Passagen wie die folgende verstärkt wird: » Die Nachricht verschwindet. Ich sehe die Wörter vor mir: Zerstückelt, in unkenntliche Ziffern und Zeichen zerlegt, steigen sie zwischen den Schneeflocken auf, gleiten durch eine Wolkenlücke und weiter in den Satellitenhimmel, finden ihren Stern, der die Nachricht mit einem Blinken wieder zur Erde sendet. ...

Man kann auch in die Höhe fallen (Alle Toten fliegen hoch #6), von Joachim Meyerhoff

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Man kann auch in die Höhe fallen von Joachim Meyerhoff Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Aus dem Scheitern erwächst Größe – Ein literarischer Höhenflug voller Herz und Verstand! Joachim Meyerhoff hat sehr viel erlebt und darüber schreibt er in seiner Reihe “ Alle Toten fliegen hoch ”, die — mit Ausnahme seiner “ Hamster im hinteren Stromgebiet ” — für mich zu den Höhepunkten deutschsprachiger Literatur gehört. In den “Hamstern” schrieb er über seinen Schlaganfall; im vorliegenden Band nun verarbeitet er in gewohnter und doch immer wieder begeisternder Art seinen Rückzug von Berlin aufs Land zu seiner 86-jährigen Mutter. Eigentlich gekommen, um mit ihr auch über ein wirklich übles Geschehnis zu sprechen, kommt Meyerhoff erst ganz am Ende des Buches dazu. Vorher erfahren wir von seinen Versuchen, zu sich selbst zurückzufinden, zum Schreiben zurückzukehren und, nicht zuletzt, viel über seine bemerkenswerte Mutter. Mit viel Humor, von subtil bis grotesk, schreibt er sich fre...

Lückenbüßer (Kommissar Kluftinger #13), von Volker Klüpfel & Michael Kobr

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Lückenbüßer: Kluftinger ermittelt von Volker Klüpfel Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen Endlich wieder ein Kluftinger, den man gern liest! Die letzten beiden Kluftinger-Krimis fand ich nicht gut; der letzte, “ Affenhitze ”, war eine vollkommene Klamauk-Katastrophe mit Kluftinger als widerlichem, mobbendem alten weissen Mann. Danach sollte Schluss mit Kluftinger und seinen beiden aus der Zeit gefallenen Autoren für mich sein. Dann kam “ Druckfrisch ” mit Denis Scheck , der Regional-Krimis - oft zurecht - üblicherweise gar nicht mag, und ausgerechnet Scheck fand diesen neuen Band “Tierisch gut”. Und auch in diesem Fall hat er Recht: “ Lückenbüßer ” präsentiert uns einen Kluftinger, der, mittlerweile Interims-Polizeipräsident, plötzlich wieder denkt , seine Kolleg_innen (meist) anständig behandelt und von dem ich mich nicht mehr von Ekel erfüllt abwenden muss. In der kurzzeitig etwas zu sehr raumgreifenden Nebengeschichte treten Kluftinger und Langhammer bei den Lokalwahlen...

Bretonische Sehnsucht (Kommissar Dupin #13), von Jean-Luc Bannalec

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Bretonische Sehnsucht von Jean-Luc Bannalec Meine Bewertung: 1 von 5 Sternen Jean-Luc Bannalec hat sich mit seinen Romanen um den eigenwilligen Kommissar Dupin eine treue Anhängerschaft erarbeitet. Der neueste Band, " Bretonische Sehnsucht ", setzt diese Tradition fort, doch leider nicht in der gewohnten Qualität. Als langjähriger Leser der Romane des Autors und Fan der bretonischen Atmosphäre, war meine Vorfreude groß. (Allerdings war ich von meiner Frau schon etwas “vorgewarnt” worden.) Dennoch muss ich gestehen, dass dieses Werk weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Zu Beginn möchte ich die deutlich gesteigerte Esoterik in diesem Roman ansprechen, die die Sicht auf den Fall und mein Lesevergnügen ungemein trübte. Bannalec hat in seinen früheren Werken stets ein Gefühl für das Lokalkolorit bewiesen, doch diesmal treibt er es zu weit ins Mystische. » Sie haben Seelen, die Leuchttürme. Seelen, Persönlichkeiten und Gefühle. Wie wir Menschen. « Auch die Ch...

Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne, von Saša Stanišić

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Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne von Saša Stanišić Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Saša Stanišić macht es mir nie leicht: Sein “ Herkunft ” hat mich erst wenig gereizt und am Ende “gepackt”, wie es nur seltene Ausnahmeerscheinungen schaffen. Nun sitze ich an meinem Schreibtisch unmittelbar nach Abschluss der Lektüre seines neuesten Werkes mit dem leicht sperrigen (und doch vollkommen passenden!) Titel “ Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne ” geht es mir ähnlich… » Was das genau soll, wird nicht klar. « Genau so ging es mir als Leser an jener Stelle auch. Und wie schon bei “Herkunft” habe ich die Gelegenheit genutzt, die Skepsis, die Verwirrung und die Irritation bewusst zu verdrängen und mich auf die Geschichten einzulassen, die Stanišić hier einmal mehr meisterhaft erzählt. Lose verbunden durch den roten Faden der Grundidee - Leb...

Der ganze Gaston, von André Franquin

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Der ganze Gaston von André Franquin Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen Ich erinnere mich noch genau, wie ich Gaston zum ersten Mal durch meinen Bruder kennenlernte, der eine beachtliche Sammlung der Comicbände besaß. Diese szenischen und oft anarchischen Abenteuer waren eine willkommene Abwechslung zu den eher konventionellen Geschichten, die meine Eltern bevorzugten. Als ich also " Der ganze Gaston " von André Franquin in die Hände bekam, fühlte es sich an wie eine Reise zurück in diese Zeit. Gaston, diese chaotische, liebenswerte Figur, hat nichts an seinem Charme und geradezu unglaublichem Unterhaltungswert eingebüßt. Er bleibt der unorganisierte Erfinder und "Schlaffi" mit dem Herz am rechten Fleck, der ständig im Zentrum von Turbulenzen steht (die er zudem zumeist selbst verursacht hat). In vielen Momenten treibt Gaston seine Kolleg_innen, allen voran anfangs den völlig überforderten Redakteur Fantasio, später dann den beförderten Demel, in den Wahn...

Der geheimnisvolle Stern (Tim und Struppi #10), von Hergé

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Der geheimnisvolle Stern von Hergé Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen Ich muss gestehen, dass " Der geheimnisvolle Stern " für mich einer der langweiligeren Bände in Hergés Tim-und-Struppi-Reihe ist. Die Geschichte beginnt mit Tims Entdeckung eines neuen, bedrohlichen Sterns, der scheinbar die Zerstörung der Erde bedeutet. Diese Katastrophe bleibt jedoch aus, und das drohende Unheil reduziert sich auf ein großes Bruchstück, das ins Polarmeer stürzt. Hergé versucht, mit einem Wettrennen zwischen einer von einer Bank finanzierten Expedition und Tim, der für die Europäische Forschungsgemeinschaft antritt, die Spannung aufrechtzuerhalten. Leider bleibt die Handlung relativ flach und repetitiv. Der Lichtblick des Bandes ist jedoch der erste Auftritt des grundsätzlich (hier allerdings weniger) unterhaltsamen Kapitän Haddocks, der in zukünftigen Abenteuern eine wichtige Rolle spielen wird. Auch für diesen Band ist es wichtig, die historischen Hintergründe zu kennen:...